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Plötzlicher Herztod
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In statistischen Erhebungen aus der Mitte der 90-er Jahre zeigte sich, dass in Deutschland pro Jahr gut 400.000 Menschen an einem Herz-Kreislauf-Ereignis versterben. Dies entspricht ca. 50% aller Todesfälle. Nach vorsichtigen Schätzungen erliegen ca. 120.000 Menschen dabei dem sogenannten Plötzlichen Herztod. Beim Plötzlichen Herztod liegt in ca. 80% zunächst Kammerflimmern vor.

Kammerflimmern ist die bösartigste Herzrhythmusstörung und führt, wenn sie nicht unterbrochen werden kann, unweigerlich zum Tode.

Die wirksamste Methode diese Rhythmusstörung zu behandeln ist die Defibrillation. Bei der Defibrillation wird versucht durch einen kurzen elektrischen Reiz das Kammerflimmern zu durchbrechen und damit das Wiedereinsetzen eines normalen Herzrhythmus zu ermöglichen.

Nach klinischen Erfahrungen auf Intensivstationen, wo unmittelbar bei Eintreten von Kammerflimmern defibrilliert werden kann, sind Erfolgsraten von 80-90% bei der Terminierung des Kammerflimmerns möglich.

Für die Frühdefibrillation stehen in der Zwischenzeit ausgereifte, sogenannte halbautomatische, Defibrillatoren zur Verfügung, die auch vom medizinischen Laien sicher und erfolgreich angewendet werden können.

In juristischen Veröffentlichungen zu diesem Thema besteht derzeit ein Konsens, dass die Frühdefibrillation mit einem Halbautomaten unter Einhaltung der erforderlichen Sorgfalt vom medizinischen Laien eingesetzt werden kann zu Abwehr von Lebensgefahr oder schweren gesundheitlichen Schäden.

Beginnend in den USA wurde die Erkenntnis, dass mit der Frühdefibrillation entscheidende Zeit für die Unversehrtheit der betroffenen Patienten gewonnen werden können, dergestalt im Alltag umgesetzt, dass zunächst Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge mit halbautomatischen Defibrillatoren ausgerüstet wurden. Inzwischen wurden konsequent Bereiche mit größeren Ansammlung von Menschen einbezogen. Insbesondere wurden auch in Betrieben mit größeren Beschäftigtenzahlen Mitarbeiter ausgebildet und mit entsprechenden Geräten ausgestattet.

Auch in Deutschland hat diese Entwicklung Einzug gehalten. Fluggesellschaften, Industriekonzerne, Betriebe, Banken und Verwaltungen sowie Hotels nutzen die Chancen der Frühdefibrillation.
 
Im einigen Bereichen wurde inzwischen sogar dazu übergegangen die Defibrillatoren öffentlich zugänglich („public access“), z.B. neben Feuerlöschern zu installieren, so auch z.T. in Münchner U-Bahn-Stationen, im Frankfurter Flughafen und auch im Tegernseer Tal, wozu Sie unten mehr erfahren können.

Die Kosten belaufen sich bei bewährten Geräten je nach Ausstattung auf zwischen 1000.- und 2000.-€


Frühdefibrillation im Tegernseer Tal 

Durch eine Initiative des Notarztfördervereines Tegernseer Tal/Waakirchen wurden in Zusammenarbeit mit den Kommunen sowie der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee in den fünf Talgemeinden ein öffentlich zugängliches AED-Programm (AED=Automatisierte Externe Defibrillatoren) zur Früh- bzw. Erstdefibrillation installiert.Die Geräte werden zunächst in den SB-Bereichen der zentralen Sparkassenfilialen in Gmund, Tegernsee, Rottach-Egern, Kreuth, Bad Wiessee, Waakirchen und Schaftlach vorgehalten. Desweiteren wurden die SB-Bereiche am Dorfplatz Dürnbach sowie Nähe Aldi in Weissach ausgestattet.


Vergleichbare Projekte wurden inzwischen ähnliche Projekte im übrigen Landkreis  etabliert.


Die Handhabung des AED ist sehr einfach.

Bei Auffinden einer bewusstlosen Person: Holen Sie das Gerät. Setzen Sie einen Notruf ab, oder besser noch, veranlassen Sie, dass jemand anderes den Notruf absetzt, dann geht keine weitere Zeit verloren. Denn denken Sie daran, beim Plötzlichen Herztod zählt im wahrsten Sinne jede Sekunde! Den Notruf können Sie von dem im SB-Bereich angebrachten Notruftelefon weitergeben. Für einen Notruf wählen Sie 112. Denken Sie an: Wer? meldet, d.h. hinterlassen Sie möglichst eine Rückrufnummer, Was? ist passiert und Wo? ist etwas passiert und Wieviele? Personen brauchen Hilfe.

Doch zurück zu unserem Patienten und der Anwendung des AED!

Öffnen Sie den Reissverschluss der Gerätetasche. Durch Öffnen des Gerätedeckels schalten Sie den AED ein. Ab jetzt gibt Ihnen der AED gut verständlich Anweisungen zum weiteren Vorgehen. Als erstes müssen die Elektroden an den angegebenen Positionen auf den entblößten Oberkörper geklebt werden. Bei sehr starker Behaarung sollte mittels des Einmalrasierers, der sich in der Tasche des Gerätes befindet die Areale, an denen die Elektroden plaziert werden sollen von Haaren befreit werden. Sobald die Elektroden aufgeklebt sind, wird der Herzrhythmus des Patienten analysiert. Ob ein Elektroschock abgegeben werden muss, analysiert das Gerät selbst. Die Abgabe einer Defibrillation ist nur in den Fällen möglich, in denen sie notwendig ist.

Erkennt der AED Kammerflimmern, lädt das Gerät automatisch hoch, gibt jetzt die entsprechende Taste frei und fordert Sie auf die Taste zu drücken um den Schock abzugeben.

Durch den Strom zieht sich auch die oberflächliche Muskulatur zusammen, hierdurch kann es zu einem Zucken des Patienten kommen. Nach Abgabe des Elektroschocks analysiert das Gerät erneut. Gegebenenfalls erfolgen weitere Defibrillationen.
 
Bei weiterhin fehlendem Puls fordert Sie der AED auf eine konventionelle Herz-Lungen-Wiederbelebung (Beatmung und Herzdruckmassage im Verhältnis 2:30, nach den neuen Reanimationsleitlinien) durchzuführen. Eine erneute Analyse des Herzrhythmus erfolgt in regelmäßigen Abständen.

Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ist auch in allen Fällen bei fehlenden Herzschlag notwendig, in denen von dem AED kein defibrillationsbedürftiger Befund diagnostiziert wird.

Falls Sie sich keine Mund-zu-Mund-Beatmung zutrauen, so führen Sie zumindest eine Herzdruckmassage durch. Sie geben auch alleine durch diese Maßnahme dem Betroffenen eine bessere Überlebenschance.

Prof. Dr. K. Theissen, renomierter Kardiologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München sagt: „Sie können nichts falsch machen, außer das Schockgerät nicht anzuwenden!“.

In diesem Sinne, lassen Sie uns den Kampf gegen den Plötzlichen Herztod aufnehmen!Weitere AED stehen im Tegernseer Tal in einigen Betrieben und Hotels sowie zwei Fahrgastschiff der Bayerischen Seenschifffahrt zur Verfügung. Durch private Spenden gelingt es darüberhinaus zunehmend auch weitere öffentliche Bereiche auszustatten. Bitte beachten Sie deshalb die zukünftig angebrachten Zeichen für AED in Form eine Herz mit einem Blitz. Weiterhin werden Sie laufend durch die örtliche Presse über neue AED-Standorte informiert werden.
 



 

 

 


 
     
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